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Armutsrisiko in Deutschland unter EU-Schnitt

Jeder Achte betroffen

In Deutschland liegt das Armutsrisiko unter dem Durchschnittswert der Europäischen Union (EU). Etwa jeder achte Einwohner (13 Prozent) gilt hierzulande als armutsgefährdet, geht aus den im Juli 2008 vom Statistischen Bundesamt in Wiesbaden vorgestellten Zahlen hervor. In der gesamten EU gilt das für etwa jeden sechsten Bürger (16 Prozent).

Als von Armut bedroht gelten Menschen, die 60 Prozent oder weniger des mittleren Einkommens im jeweiligen Land zur Verfügung haben. Dabei wird nicht der Mittelwert aller Einkommen herangezogen, sondern der deutlich niedriger liegende Median, der die gesamte Bevölkerung genau in der Mitte in zwei gleich große Gruppen teilt. Nach einer europaweit einheitlichen Definition werden zudem die familiäre Situation der Menschen berücksichtigt und Einspareffekte beim Zusammenleben zum Beispiel von Familien berücksichtigt.

Ein allein lebender Mensch gilt in Deutschland bei einem Jahresnettoeinkommen inklusive aller Sozialtransfers von 9370 Euro als von Armut bedroht. In Luxemburg ist der Schwellenwert mit 17 808 Euro fast doppelt so hoch, in Litauen und Lettland ist hingegen ein Mensch mit mehr als 1520 Euro Jahreseinkommen nicht mehr arm. Für die Untersuchung wurden europaweit 200 000 private Haushalte befragt, davon rund 13 800 in Deutschland.

Besonders gefährdet sind EU-weit Arbeitslose, wobei auch Deutschland keine Ausnahme macht. 95 Prozent aller Jobinhaber sind in Deutschland nicht von Armut bedroht. Wenig überraschend ist auch die von den Statistikern festgestellte Tatsache, dass mit besserer Ausbildung das Armutsrisiko sinkt.