Mehrheit der Deutschen stand nach Nein der Iren positiv zum EU-Reformvertrag
Mehr als die Hälfte hätte in einer Volksabstimmung zugestimmt
Kurz nach der Ablehnung des Vertrags von Lissabon durch die irische Bevölkerung 2008 befürwortete nach einer damaligen Umfrage nur ein Viertel (25 Prozent) der Bundesbürger, dass der Reformprozess der Europäischen Union (EU) vorerst gestoppt werde. 60 Prozent waren laut Forsa-Befragung im Auftrag des Senders n-tv der Ansicht, dass die EU-Staaten, die den Vertrag ratifiziert hatten oder dies noch tun würden, den Reformprozess alleine vorantreiben sollten. Einen vorläufigen Stopp des EU-Reformprozesses befürworteten am ehesten die Anhänger der Linkspartei (39 Prozent), am wenigsten die der Union (18 Prozent).
Die damalige Umfrage ergab, dass etwas mehr als die Hälfte der Deutschen dem EU-Reformvertrag selbst zugestimmt hätte. Hätte es damals in Deutschland eine Volksabstimmung gegeben, hätten 54 Prozent der Befragten mit Ja gestimmt. Allerdings waren die Deutschen laut der Forsa-Umfrage mit Blick auf zukünftige Entwicklungen der EU eher kritisch: 70 Prozent wünschten sich, dass politische Entscheidungen eher von den einzelnen Nationalstaaten und den nationalen Parlamenten getroffen würden; nur 24 Prozent hätten eine Verlagerung von Kompetenzen nach Brüssel begrüßt.

