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Deutschland hinkt EU-Ziel zur Senkung tödlicher Unfälle hinterher

Jahrelange Verspätung

Deutschland wird das EU-Ziel zur Halbierung tödlicher Unfälle nach Berechnung von Verkehrsfachleuten erst mit jahrelanger Verspätung erreichen. Einer neuen Studie des Europäischen Verkehrssicherheitsrats (European Transport Safety Council - ETSC) zufolge dürfte die Zahl der Verkehrstoten in Deutschland erst 2013 auf die Hälfte des Standes von 2001 sinken. Nur Frankreich, Luxemburg und Portugal könnten das Ziel pünktlich im Jahr 2010 erreichen.

Die drei Länder der Spitzengruppe hätten die Zahl der Verkehrstoten in den vergangenen sechs Jahren um rund 40 Prozent gesenkt. «Belgien, Deutschland und die Schweiz haben die Todeszahlen im Straßenverkehr seit 2001 ebenfalls deutlich verringert und könnten die Zahl der Verkehrstoten bis 2013 halbieren», stellte der ETSC am Montag in Brüssel fest. In Rumänien, Slowenien, Litauen, der Slowakei und Polen seien 2007 hingegen mehr Menschen im Straßenverkehr ums Leben gekommen als im Ausgangsjahr 2001.

Frankreich hingegen verfolgt Temposünder seit einigen Jahren systematisch. Automatisierte Radarfallen und eine Null-Toleranz- Politik haben mit dafür gesorgt, dass dort im vergangenen Jahr 43 Prozent weniger Menschen bei Verkehrsunfällen starben als im Jahr 2001. Das Nicht-EU-Land Schweiz ging laut ETSC-Bericht ebenfalls gezielt gegen Raser und Betrunkene am Steuer vor. Portugal richtete demnach eine Behörde zur Verkehrssicherheit ein, erhöhte die Bußgelder und führte neue Führerscheinprüfungen mit längeren Probezeiten ein.

In Litauen habe sich die Lage seit Mitte der 1990-er Jahre nicht gebessert, stellen die Verkehrsfachleute fest. Dort kommen bezogen auf die Gesamtbevölkerung mehr als doppelt so viele Menschen im Straßenverkehr ums Leben wie im EU-Durchschnitt. Durchschnittlich starben den Angaben zufolge im vergangenen Jahr in der EU 87 Menschen pro Million Einwohner. Das waren rund 43 000 Verkehrstote insgesamt.