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Kein EU-Land senkte Unternehmenssteuern so stark

Deutschland ist Entlastungs-Spitzenreiter

Bei der Senkung der Unternehmensteuern ist Deutschland im EU-Vergleich Spitzenreiter. Die Verminderung betrug in Deutschland bei den Spitzensätzen 8,9 Punkte, in Italien 5,9 Punkte und in Tschechien und Litauen jeweils 3 Punkte, teilte die Europäische Statistikbehörde Eurostat am Donnerstag in Luxemburg mit. Der Höchst-Satz für die Körperschaftsteuer liege in Deutschland bei 29,8 Prozent und damit immer noch deutlich über dem Mittelwert der Eurozone von 26,5 Prozent. Spitzenreiter im Eurogebiet und in der EU ist Malta mit 35 Prozent.

Bei den Eurostat-Daten fließen auch lokale Steuern und weitere Abgaben auf Bemessungsgrundlagen, die der Körperschaftssteuer ähneln, ein. Der niedrigste Satz gilt in Bulgarien und Zypern mit jeweils 10 Prozent. Um Wettbewerbsverzerrungen zu vermeiden, setzt sich die EU- Kommission seit längerem dafür ein, eine EU-weite Bemessungsgrundlage für Unternehmensteuern zu schaffen. Damit würden beispielsweise Regeln für die Gewinnermittlung angeglichen, nicht aber die Steuersätze selbst.

Bisher liegt aber immer noch kein offizieller Vorschlag Brüssels dazu vor. In einigen Mitgliedsländern, insbesondere in Irland und Großbritannien, gibt es starke Widerstände gegen jegliche Angleichungen im Steuerbereich. Nach dem irischen Nein gegen den EU- Reformvertrag ist das Thema in Brüssel ein besonders heißes Eisen geworden.