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Die jungen Wähler in Berlin desinteressiert

Statistik zur Europawahl

Die geringe Wahlbeteiligung an der Europawahl am 13. Juni 2004 mit nur 38,6 Prozent in Berlin ist vor allem auf das Desinteresse der jungen Wahlberechtigten zurückzuführen. Von den 21- bis 25-Jährigen beteiligten sich nur 30,9 Prozent. Die über 70-Jährigen waren dagegen mit 44,6 Prozent die eifrigsten Wähler. Das geht aus der repräsentativen Wahlstatistik hervor, die der Landeswahlleiter veröffentlichte. Dafür wurden in 163 zufällig ausgewählten Wahlbezirken die Stimmzettel mit anonymisierten Aufdrucken nach Alter und Geschlecht versehen.

Mit 39,0 Prozent beteiligten sich Frauen geringfügig häufiger an
der Europawahl als Männer (37,6). Statistisch die besten Wähler waren
Männer über 70 Jahre aus dem Westteil der Stadt (50,1). Als größte
Europawahl-Muffel zeigten sich ebenfalls Männer - aber aus dem Osten
und im Alter zwischen 21 und 25 Jahre.

Die CDU hat zwar mit 26,4 Prozent die Europawahl in der Hauptstadt
gewonnen - doch statistisch nur bei den Männern über 60 Jahre aus dem
Westen. In allen vier anderen Altersgruppen hatten die Grünen die
Nase vorn, die erstmals mit 22,7 Prozent den zweiten Platz errangen
und die SPD mit ihrem Nachkriegstief von 19,2 Prozent auf Platz 3
verwiesen. Am stärksten verlor die CDU aber auch im Westen: Bei den
45- bis 60-Jährigen büßte sie im Vergleich zu 1999 14,4 Punkte ein.

Die Grünen haben ihren Wahlsieg sowohl im Osten wie im Westen vor
allem jüngeren Frauen zu verdanken. Mehr als jeder Dritte (35,0
Prozent) der 25- bis 35-Jährigen im Ostteil und vier von zehn (39,6)
der 35- bis 45-Jährigen im Westen kreuzten auf dem Stimmzettel die
Grünen an.

SPD wählten vor allem unter 25-Jährige (20,2 Prozent) und über 60-
Jährige (22,6). Die Gruppe der 35- bis 45-Jährigen gab dagegen nur zu
17,7 Prozent im Westen und zu 12,2 Prozent im Osten der SPD die
Stimme. im Westen verlor sie bei den 45- bis 60-Jährigen sogar 11,2
Punkte.

Ein Spiegelbild zur CDU im Osten bildet die PDS: Auch sie wird
dort am häufigsten von Männern über 60 Jahre gewählt (49,6 Prozent).
Bei den 25- bis 35-Jährigen schnitt die PDS am schlechtesten ab. Im
Westen, wo die Linkssozialisten nur 3,7 Prozent erzielten, konnte sie
die meisten Wähler bei den unter 25-Jährigen (4,9 Prozent) gewinnen.
Am heftigsten musste die PDS Federn bei den 25- bis 35-Jährigen im
Osten lassen: - 17,5 Punkte.

Genau in dieser Altersgruppe konnte die FDP (5,3 Prozent) am
meisten punkten: Im Westen wählten sie in dieser Gruppe 8,6 Prozent,
im Osten 6,2 Prozent). Am schlechtesten schnitt sie dagegen bei den
über 60- Jährigen ab. Außerdem geben deutlich mehr Männer als Frauen
den Liberalen ihre Stimme.