Wahlbeteiligung lag 2004 in Deutschland auf Rekordtief
Auch europaweit niedrige Wahlbeteiligung
Die Wahlen zum Europäischen Parlament lassen die meisten Deutschen kalt. Bei der Europawahl 204 sank die Beteiligung auf ein Rekordtief: Weniger als 45 Prozent der Wahlberechtigten gingen an die Urne. Damit setzte sich der Trend der vergangenen Jahre fort. 1994 wählten noch 60 Prozent, 1999 waren es lediglich 45,2 Prozent. Bei der Bundestagswahl von 2002 hatten dagegen knapp vier Fünftel die Stimmzettel ausgefüllt, 1998 noch 82,2 Prozent.
Mit der niedrigen Wahlbeteiligung lag Deutschland im EU-weiten Durchschnitt. Die Beteiligung sank im gesamten Gebiet der Union ebenfalls auf einen historischen Tiefstand und erreichte nach einer Schätzung des Europaparlaments nur noch 44,6 Prozent.
Bei der Europawahl 1999 war die Wahlbeteiligung in Deutschland in den sechs Bundesländern am höchsten, in denen zugleich Kommunalwahlen stattfanden. Neben Rheinland-Pfalz (63,8 Prozent) lagen unter anderem das Saarland (60,5 Prozent) und Thüringen (58,1 Prozent) über dem Durchschnitt. Am geringsten war das Interesse dagegen in Brandenburg (30 Prozent). An diesem Sonntag fanden parallel zu den Europawahlen ebenfalls sechs Kommunalwahlen statt.
In Thüringen, wo gleichzeitig der Landtag gewählt wurde, gingen ebenfalls weniger Menschen an die Urnen als 1999. Damals hatten 59,9 Prozent der Wahlberechtigten ihre Stimme abgegeben, in diesem Jahr waren es nur noch rund 53 Prozent.
In anderen Mitgliedstaaten lag Wahlbeteiligung nicht höher
Die Beteiligung an der Europawahl 2004 ist auf einen historischen Tiefstand gefallen. Nach einer gemeinsamen Schätzung des Europaparlaments und des Instituts EOS Gallup gingen EU-weit nur noch durchschnittlich 44,6 Prozent aller Wahlberechtigten an die Urnen.
Bei der ersten Wahl des Europa-Parlaments im Jahr 1979 hatten nochdurchschnittlich 63 Prozent der wahlberechtigten Europäer ihre Stimmeabgegeben. Seither ging die Beteiligung stetig zurück. Vor fünf Jahren beteiligten sich mit 49,8 Prozent erstmals weniger als die Hälfte der Wahlberechtigten an der Abstimmung.
In den 15 alten EU-Staaten lag die Wahlbeteiligung der Schätzung
zufolge mit durchschnittlich 47,7 Prozent deutlich höher als in den
10 neuen Ländern. Dort beteiligten sich lediglich 28,7 Prozent der
Bürger an der Wahl.

