Bei EU-Treffen viele Fragen und Sorgen zu WTO-Verhandlungen

26.05.2008 13:56

Brüssel (dpa) - Neue Kompromissvorschläge bei den Genfer
Welthandelsgesprächen sind von Frankreich ausgesprochen skeptisch
aufgenommen worden. Die Vorschläge für den Zugang von
Industrieprodukten müssten «von auf Grund auf neugefasst werden»,
denn sie seien schlecht für die europäische Industrie. Das sagte die
französische Außenhandels-Staatssektretärin Anne-Marie Idrac am
Montag in Brüssel am Rande des EU-Außenministertreffens. In den
Reihen der verantwortlichen europäischen Minister gebe es «viele
Fragen und Besorgnis».

Schwierigkeiten gebe es beim Zugang von europäischen
Industrieerzeugnissen in aufstrebende Schwellenländer, dazu gehören
beispielsweise China, Indien oder Brasilien. Es gebe auch bei den
Vorschlägen zu dem Agrarbereich viele Fragen, sagte Idrac. Frankreich
wird vom 1. Juli an die EU- Amtsgeschäfte für ein halbes Jahr lang
führen. Paris wehre sich zudem dagegen, in der laufenden Doha-
Verhandlungsrunde der Welthandelsorganisation (WTO) übermäßige
Rücksicht auf den US-Wahlkalender zu nehmen: «Warum muss man ins
Getriebe der amerikanischen Wahlen kommen?»

Die nach der Hauptstadt des Scheichtums Katar benannte Runde über
eine weitere Liberalisierung des Welthandels sollte ursprünglich
schon Mitte Mai mit einer WTO-Ministerkonferenz in Genf neuen Schwung
bekommen. Ob es nun einen neuen Termin im Juni geben wird, ist noch
offen.
dpa cb xx n1 pi