EU beschließt Bau eines Transport-Hubschraubers
18.05.2009 14:30
Brüssel (dpa) - Die Verteidigungsminister der Europäischen Union
haben den gemeinsamen Bau eines schweren Transport-Hubschraubers
beschlossen. Sie machten das ursprünglich deutsch-französische
Projekt am Montag in Brüssel offiziell zu einem Vorhaben der
Europäischen Verteidigungsagentur (EDA). Das bedeutet, dass sich auch
andere EU-Länder an der Hubschrauberentwicklung beteiligen können.
Auch mit den USA liefen bereits Gespräche über eine Beteiligung an
dem Projekt, sagte der Chef der EDA, Alexander Weis. «Es gibt ein
Potenzial für eine transatlantische Kooperation.»
Der zwischen 32 und 35 Tonnen schwere Hubschrauber soll ab 2018
vorläufig und ab 2020 vollständig einsetzbar sein. Deutschland und
Frankreich benötigen nach Militärangaben gemeinsam etwa 100
Helikopter. Diese Menge sei für ein Projekt dieser Größenordnung zu
gering, sagte Weis. Deswegen biete sich eine Zusammenarbeit mit
anderen Staaten an.
Das Hubschrauberprojekt ist Teil des Bemühens der EU, den
chronischen Mangel an diesem Fluggerät bei Kriegs- und
Kriseneinsätzen zu beseitigen. Unabhängig von der Neuentwicklung des
Transporthubschraubers läuft unter Leitung der EDA ein Programm zur
Ausbildung von Hubschrauberpiloten für Einsätze in Berg- und
Wüstengebieten. Zudem plant die EU, rund 300 Hubschrauber des
russischen Typs Mi-17, die sich in neun östlichen Mitgliedstaaten
befinden, so umzurüsten, dass sie auch in schwieriger Umgebung
eingesetzt werden können. Anschließend sollen auch 270 Hubschrauber
des französischen Typs Puma modernisiert werden.
dpa eb xx n1 ch
