EU handelt nach Attacken auf Emissionshandel

04.02.2010 16:38

Brüssel (dpa) - Die Europäische Kommission will Konsequenzen aus
dem Cyber-Angriff auf das Handelssystem mit Verschmutzungsrechten
ziehen. So sollen die Richtlinien für die Internet-Sicherheit
überarbeitet werden, teilte die Behörde am Donnerstag in Brüssel mit.

Nach Angaben der Kommission waren am 28. Januar gefälschte Emails
versandt worden, in denen die Empfänger aufgefordert wurden, sich auf
einer - gefälschten - Internet-Seite anzumelden und so den Betrügern
die Zugangsdaten zu verraten.

Die Kommission sei von den Niederlanden und Norwegen verständigt
worden und habe daraufhin alle EU-Mitgliedstaaten gewarnt. Dennoch
seien einige betrügerische Transaktionen vollzogen worden. Die
Sicherheit der EU-Gemeinschafts- und Zentralregister seien aber nicht
gefährdet gewesen. Die Kommission arbeite jetzt daran, die gefälschte
Website dauerhaft zu schließen und neue Richtlinien vorzulegen.

Im Emissionshandel wird der nach EU-Recht in den einzelnen
Mitgliedstaaten zulässige nationale Höchstausstoß von Kohlendioxid
(CO2) auf die Kraftwerksindustrie und andere Industriezweige
verteilt. Wer mehr CO2-Emissionsrechte benötigt, als ihm zugeteilt
wurden, kann sie sich bei anderen Marktteilnehmern im Börsenhandel
kaufen und teilweise ersteigern. Die Obergrenze sinkt mit der Zeit,
wodurch die Industrie zur Erforschung und zum Einsatz von saubereren
Technologien ermuntert werden soll.
dpa dj xx n1 uw