Bankexperte fordert EU-Hilfen für Griechenland
09.02.2010 03:15
Berlin (dpa) - Der Chefvolkswirt der Deutschen Bank, Thomas Mayer,
hat sich wegen der Euro-Schwäche für EU-Finanzhilfen für Griechenland
ausgesprochen. «Die EU muss jetzt alles unternehmen, um Griechenland
und den Euro zu stabilisieren», sagte er der «Bild»-Zeitung
(Dienstag). Zu einer Gefahr werde das Problem erst, wenn die
möglichen EU-Hilfen auch für andere Länder Schule machten. «Dann
droht der Euro zu einer Weichwährung zu werden.» Mayer forderte
strenge Vorgaben für EU-Hilfen: «Einen zeitlich begrenzten
Überbrückungskredit der EU darf es nur geben, wenn dieser an klare
Regeln gekoppelt ist. Die Griechen müssen eisenhart sparen und zwar
für alle überprüfbar.»
Hilfen für Griechenland müssten der Einzelfall bleiben, sonst
drohe der Währungsunion «eine ernste Krise», so Mayer weiter. «Es
wäre ein fatales Signal, wenn am Ende immer der Steuerzahler
aushilft. Dann müsste sich kein Land mehr beim Sparen anstrengen. Und
dass brutales Sparen hilft, beweist derzeit Irland.» Wenn die
Griechen mit Hilfe der EU dem irischen Modell folgten, sei er
zuversichtlich für den Euro.
(Der Beitrag lag dpa in redaktioneller Fassung vor.)
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