Papandreou warnt vor neuer globaler Krise
08.03.2010 22:52
Washington (dpa) - Der griechische Regierungschef Giorgos
Papandreou sieht die Gefahr, dass die dramatische Schuldenkrise
seines Lande eine neue globale Finanzkrise auslöst. Am Vorabend eines
geplanten Treffens mit US-Präsident Barack Obama an diesem Dienstag
im Weißen Haus rief er seine europäischen Partner in einer Rede in
Washington zur Unterstützung und die USA zu Schritten gegen
Finanzspekulationen auf.
Griechenlands massive Verschuldung - knapp 13 Prozent des
Bruttoinlandsprodukts - habe bereits Auswirkungen auf Europa, sagte
Papandreou, und sie könne sehr wohl einen Dominoeffekt in der Form
steigender Kreditkosten für eine Reihe anderer verschuldeter Staaten
nach sich ziehen. «Wenn sich die europäische Krise ausbreitet, dann
könnte das zu einer neuen globalen Finanzkrise führen, die so schwere
Folgen hat wie die Krise, die vor zwei Jahren in den USA ausgelöst
wurde.»
Papandreou ließ zugleich Kritik an der bisherigen Unterstützung
seines Landes durch die EU anklingen. «Hier geht es nicht darum,
Europa zu bitten, einem leichtsinnigen Land zu Hilfe zu eilen», sagte
Papandreou vor der Brookings Institution, einer Forschungseinrichtung
in Washington. Er warnte, dass allen in Europa eine langsamere
Erholung drohe, wenn nicht ausreichend gemeinsam gehandelt werde.
Experten erwarten nicht, dass Papandreou Obama beim Treffen am
Dienstag um direkte Hilfe ersuchen wird. Er machte vielmehr deutlich,
dass er die amerikanische Seite zu einer engen Zusammenarbeit im
Kampf gegen Spekulationen drängen will, die in der Griechenland-Krise
keine unerhebliche Rolle spielen. Griechenland und die Europäer
hätten bereits Initiativen zu stärkeren Regulierungen ergriffen, und
«ich hoffe, dass es eine positive Antwort auf dieser Seite des
Atlantiks gibt», sagte Papandreou.
dpa ch cc n1 fi
