Boeing gegen EADS - Jahrhundertdeal mit Tankflugzeugen

09.03.2010 13:27

Hamburg (dpa) - Der Airbus-Konzern EADS hat keine Chance mehr auf
das Tankflugzeug-Geschäft mit der US-Luftwaffe. Jahrelang währte
zuvor der Kampf mit Boeing um den Milliardendeal:

Dezember 2003: Das US-Verteidigungsministerium legt einen Vertrag mit
Boeing über 100 Tankflugzeuge auf Eis. Das Pentagon lässt prüfen, ob

die Luftwaffe Boeing Informationen über das Angebot des Konkurrenten
Airbus zuspielte und dem US-Unternehmen damit Vorteile verschaffte.

Oktober 2004: Die USA ziehen wegen europäischer Flugzeugsubventionen
vor die Welthandelsorganisation (WTO). Daraufhin verklagt die EU die
USA bei der WTO wegen milliardenschwerer Subventionen für Boeing.

September 2005: Der US-Rüstungskonzern Northrop Grumman kämpft
gemeinsam mit EADS um den Auftrag. Im Falle des Zuschlags würden die
Maschinen auf Basis des Airbus A330 in einem neuen Werk in Mobile im
US-Staat Alabama gebaut.

September 2007: Die WTO hört beide Seiten im Schlichtungsverfahren
an. Die USA bieten der EU erneut Verhandlungen über Beihilfen an
Airbus und Boeing an.

Februar 2008: Das Verteidigungsministerium vergibt den Auftrag für
179 Maschinen überraschend an EADS und Northrop. Boeing legt
Beschwerde ein. Der US-Rechnungshof empfiehlt später eine
Neuausschreibung, weil bei der Auftragsvergabe Fehler gemacht worden
seien, ohne die möglicherweise Boeing den Zuschlag erhalten hätte.

Juli 2008: Das Pentagon entscheidet sich für eine neue Ausschreibung.
Nach Angaben von Verteidigungsminister Robert Gates hatte das
ursprüngliche Vergabeverfahren Mängel.

September 2008: Das Pentagon zieht den Auftrag überraschend zurück.
Der neue US-Präsident solle über die militärischen Anforderungen an
das Flugzeug und die Strategie für den Erwerb entscheiden.

April 2009: EADS ist zu Zugeständnissen bereit und bietet Boeing eine
Teilung des Geschäfts an. Dafür hatten sich mehrere US-Abgeordnete
ausgesprochen.

September 2009: Mit einer Neuausschreibung leitet die US-Regierung
eine neue Runde im Anbieterwettstreit ein.

24. Februar 2010: Das Pentagon legt letzte Einzelheiten der
Ausschreibung vor. Boeing wirft der europäischen Konkurrenz erneut
vor, sie erhalte staatliche Subventionen. Enttäuschend sei, dass die
Air Force dies nicht berücksichtige.

8. März 2010: Northrop Grumman zieht das gemeinsame Angebot mit EADS
zurück und begründet dies mit unfairen Wettbewerbsbedingungen. Die
neue Ausschreibung sei für den Konkurrenten Boeing maßgeschneidert.
dpa sr yyzz w4 tst