EU nimmt Leerverkäufe von CDS ins Visier

09.03.2010 16:41

Straßburg (dpa) - Die Europäische Kommission will bei den
anstehenden Finanzmarktreformen die sogenannten
Kreditausfallversicherungen (Credit Default Swaps/CDS) besonders ins
Visier nehmen. Spekulation habe die Probleme in Griechenland nicht
verursacht, aber beschleunigt, sagte EU-Kommissionspräsident José
Manuel Barroso am Dienstag in Straßburg. Das zeige, wie nötig eine
«fundamentale Reform» des Derivatemarktes sei.

EU-Binnenmarktkommissar Michel Barnier will bis zum Sommer einen
Vorschlag für eine EU-Richtlinie über Derivate vorlegen und bis
Jahresende über Marktmissbrauch. Daneben sei aber ein
ad-hoc-Nachdenken über CDS besonders auf Staatsschulden nötig, sagte
Barroso. «In diesem Zusammenhang muss das Problem der Leerverkäufe
besonders beachtet werden.» Auf rein spekulativer Basis sei der Kauf
einer solchen Versicherung nicht gerechtfertigt. Kurzfristig sei ein
abgestimmtes Vorgehen der Mitgliedstaaten nötig. «In diesem
Zusammenhang wird die Kommission die Bedeutung eines Verbots rein
spekulativer Leerverkäufe von Credit Default Swaps auf Staatsschulden
genau untersuchen.» 

Gleichzeitig werde die Kommission sich für internationale
Zusammenarbeit einsetzen, besonders im Rahmen der 20 wichtigsten
Volkswirtschaften (G20). «Diese Märkte sind mobil ebenso wie
undurchsichtig.» 
dpa dj xx n1 bb