(Zusammenfassung 2230) Papandreou: Obama unterstützt Schritte gegen Spekulanten

09.03.2010 22:31

   Washington/Berlin (dpa) - Im Kampf gegen Spekulanten bekommt das
hoch verschuldete Griechenland nach Gesprächen mit den Europäern nun
auch von der größten Wirtschaftsmacht der Welt Unterstützung. Nach
Beratungen mit US-Präsident Barack Obama am Dienstag in Washington
sagte der griechische Regierungschef Giorgos Papandreou, Obama
begrüße entsprechende europäische Initiativen. Er habe vom
Präsidenten in dieser Frage eine «positive Antwort» erhalten, sagte
der Ministerpräsident laut der Finanz-Agentur Bloomberg.

Obama habe auch seine Unterstützung für die Maßnahmen im Kampf
gegen die Schuldenkrise in Griechenland deutlich gemacht, sagte
Papandreou. Er habe die USA aber nicht aber nicht um Finanzhilfen
gebeten. Der amerikanische Regierungssprecher Robert Gibbs hatte
zuvor erklärt, dass die Europäische Union im Kampf gegen die
griechische Schuldenkrise die Führungsrolle übernehmen sollte.

Deutschland und Frankreich wollen nach einem Bericht der
«Süddeutschen Zeitung» Spekulationsgeschäfte gegen Staaten und gro
ße
Unternehmen mit einer gemeinsamen Initiative eindämmen. Dazu solle
der Handel mit bestimmten Wertpapieren beschränkt oder sogar komplett
verboten werden. Regierungsvertreter in Berlin und Paris kündigten
nach Angaben der Zeitung (Dienstag) an, dass Bundeskanzlerin Angela
Merkel und Frankreichs Staatspräsident Nicolas Sarkozy einen Brief an
EU-Kommissionschef José Manuel Barroso schreiben wollten, und diesen
zum Handeln auffordern. Zu den Verfassern der Erklärung gehörten auch
der Vorsitzende der Euro-Gruppe, Jean-Claude Juncker und Papandreou.

Ziel sei eine Richtlinie, die ungedeckte Leerverkäufe von Aktien
untersagt, den Handel mit Kreditausfallversicherungen (CDS) eingrenzt
und Finanzgeschäfte ohne Einschaltung einer Börse beschränkt. Nach

Informationen der Zeitung sind Merkel, Sarkozy, Juncker und
Papandreou zur Not auch zu einem europäischen Alleingang bereit,
sollten wichtige G-20-Partner wie die USA und China nicht mitziehen.
«Wir können nicht immer warten, bis der Letzte an Bord ist», hieß e
s
in Verhandlungskreisen. Gänzlich verboten werden sollten die CDS
allerdings nicht, da die Wirtschaft sie zur Absicherung benötige.
Darauf hätten Vertreter des Bundesverbands der Deutschen Industrie
hingewiesen.

Papandreou hatte bei seinem USA-Besuch vor der Gefahr gewarnt,
dass die dramatische Schuldenkrise seines Landes eine neue globale
Finanzkrise auslösen könnte. Griechenlands massive Verschuldung habe
bereits Auswirkungen auf Europa, sagte er. Sie könne sehr wohl einen
Dominoeffekt in Form steigender Kreditkosten für eine Reihe anderer
verschuldeter Staaten nach sich ziehen.
dpa fb/cat xx z2 cro