EU-Parlament will Finanzmarktsteuer prüfen
10.03.2010 14:42
Straßburg (dpa) - Das Europaparlament steht einer
Transaktionssteuer für die Finanzmärkte aufgeschlossen gegenüber. In
einer Entschließung forderten die Abgeordneten am Mittwoch in
Straßburg die EU-Kommission auf, die Einführung einer solchen Steuer
zu prüfen. Mit einer solchen Steuer könnten die Banken an den Kosten
der Finanzkrise beteiligt werden. Die Maßnahme müsse aber
international abgestimmt sein, etwa im Rahmen der Gruppe der 20
mächtigsten Volkswirtschaften (G20). Damit soll verhindert werden,
dass Kapital aus der EU abfließt und die Wettbewerbsfähigkeit Europas
beeinträchtigt wird.
«In der Welt gibt es 70 bis 90-mal mehr spekulative
Finanztransaktionen als Geldbewegungen, die mit der realen Wirtschaft
zusammenhängen», sagte der SPD-Abgeordnete Udo Bullmann. «Eine
Finanztransaktionssteuer kann helfen, hier wieder eine gesunde
Balance zu finden.» Gleichzeitig müsse die Kommission auch die
Möglichkeit einer eigenen europäischen Steuer prüfen. «Wir dürfen
uns
nicht hinter den USA oder anderen Ländern verstecken, wenn es auf der
globalen Ebene keinen Fortschritt in dieser Frage gibt.»
dpa dj xx n1 kf
