EU-Staaten wollen Handelsverbot für Roten Thunfisch

10.03.2010 17:25

Brüssel (dpa) - Die EU-Staaten wollen ein Handelsverbot des vom
Aussterben bedrohten Roten Thunfisches. Darauf einigten sich die
Botschafter der 27 EU-Länder am Mittwoch. Sie folgten damit einem
Vorschlag der EU-Kommission, der ein Verbot des internationalen
Handels mit Rotem Thunfisch über das Washingtoner Artenschutzabkommen
(CITES) unterstützt. Die Minister der Europäischen Union werden auf
einem ihrer Treffen in den kommenden Tagen den Beschluss der
Botschafter ohne Aussprache annehmen.

Die 175 CITES-Vertragsstaaten treffen sich von diesem Samstag an
(13. bis 25. März) in Doha am Persischen Golf - dort könnte ein Bann
beschlossen werden. Auf der Konferenz wird die EU, die 27 Stimmen
hat, einen gemeinsamen Standpunkt vertreten. Allerdings spricht sich
die EU für ein Handelsverbot mit aufschiebender Wirkung aus - man
will erst eine Sitzung der Internationalen Kommission für den Schutz
des Atlantischen Thunfischs ICCAT abwarten. Ein Verbot könnte nach
Angaben von EU-Diplomaten frühestens im Mai 2011 in Kraft treten.

Der Rote Thun soll in Anhang I des CITES-Übereinkommens
aufgenommen werden. Dort sind vom Aussterben bedrohte Arten gelistet,
deren Handel besonders streng geregelt sein muss und nur in
Ausnahmefällen erlaubt ist. Diese Arten dürfen nicht mehr
international gehandelt werden. Die EU-Botschafter fanden bei ihrem
Treffen keine Einigung darüber, weitere Arten wie Eisbären in den
Anhang aufzunehmen.

In der EU verfügen vor allem Frankreich, Spanien und Italien über
große Thunfischflotten. Nach Angaben von Greenpeace landen 80 Prozent
des von der EU im Mittelmeer gefangenen Roten Thunfisches auf dem
japanischen Markt für Sushi-Gerichte. Bei den CITES-Verhandlungen
wird mit Zwei-Drittel-Mehrheit abgestimmt, darum könnte Japan
überstimmt werden.
dpa mt xx n1 tst