Streiks legen Griechenland lahm

11.03.2010 06:45

Athen (dpa) - Mit einer Streikwelle haben die griechischen
Gewerkschaften das Land am Donnerstag praktisch lahmgelegt. Sie
protestieren damit gegen die Sparpläne der Regierung zur Überwindung
der Schuldenkrise. Besonders betroffen ist der Verkehr. Da auch die
Fluglotsen streiken, wurden bereits seit Mitternacht sämtliche Flüge
von und nach Griechenland gestrichen. Auch die Fähren zu den
griechischen Inseln und die Eisenbahn werden bestreikt. Im Radio und
Fernsehen gibt es keine Nachrichten, da auch die Journalisten für 24
Stunden in den Ausstand treten. Die meisten Behörden bleiben
geschlossen, ebenso Schulen und Universitäten. In den Krankenhäusern
werden nur Notfälle behandelt. Geschäfte, Supermärkte, die meisten
Banken und die Hotels haben dagegen geöffnet. Auch die Taxis fahren.

Der griechische Ministerpräsident Giorgos Papandreou äußerte
Verständnis für den Unmut der Bürger, es gebe aber einfach «kein
Geld». Das harte Sparprogramm seiner sozialistischen Regierung sieht
unter anderem einen Einstellungsstopp im öffentlichen Dienst und
Gehaltskürzungen für Beamte vor. Die Mehrwertsteuer wurde um zwei
Prozentpunkte erhöht. Indirekte Steuern auf Tabak, Spirituosen und
Treibstoffe wurden gleich zweimal innerhalb weniger Wochen um rund 20
Prozent erhöht.

Griechenland hat Schulden in Höhe von fast 300 Milliarden Euro.
Die EU-Kommission hat die griechischen Staatsfinanzen unter ihre
ständige Aufsicht gestellt.
dpa tt xx n1 fi