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EU ändert Auswahlverfahren: Nur noch die Besten

11.03.2010 11:56

   Brüssel (dpa) - Nur noch «die Schlauesten und Besten» sollen

künftig einen von rund 40 000 Beamtenposten bei der Europäischen
Union bekommen. Dafür soll ein neues Auswahlverfahren für künftige
Beschäftigte sorgen, das der für die Verwaltung zuständige
EU-Kommissar Maros Sefcovic am Donnerstag in Brüssel vorstellte.
Künftig soll weniger Wert auf gepauktes Wissen über die EU gelegt
werden, das in einer gefürchteten Prüfung («Concours») abgefragt
wurde. Wichtiger sollen die Fähigkeiten der Bewerber zu effizienter
Arbeit in internationalen Teams sein.

«Wir wollen die besten Kandidaten haben», sagte Sefcovic.
Innerhalb der nächsten zehn Jahre werde beispielsweise ein Drittel
der rund 25 000 Kommissionsbeschäftigten ausscheiden. Im
Europaparlament sei es gar die Hälfte der jetzigen Beamten. Zudem
kämen immer weniger junge Leute auf den Arbeitsmarkt. Da das
durchschnittliche Einstiegsalter in EU-Karrieren mit 32 Jahren
relativ hoch ist, sollen sich künftig auch Studenten im letzten
Studienjahr bewerben dürfen. Bisher musste für die höhere Laufbahn
das Studium abgeschlossen sein.

Das neue Personalkonzept sieht jährliche Auswahlverfahren in den
drei großen Dienstkategorien (Verwaltungsräte, Büro-Assistenten und
Sprachendienst) vor. Bisher gab es solche Verfahren nur bei Bedarf.
Künftig soll auch innerhalb von fünf bis neun Monaten über eine
Bewerbung entschieden werden. Bisher dauerte das 15 bis 16 Monate.
Erfolgreiche Bewerber müssen nicht mehr jahrelang auf «Reservelisten»

warten.

Wer sich bei der EU um einen Arbeitsplatz bewirbt, muss zunächst
einen computergestützten Vorauswahltest in der Heimat bestehen.
Danach kann er auf eine Einladung zu einem Auswahltest in Brüssel
hoffen. Dabei wird er in Deutsch, Englisch oder Französisch - aber
nicht in seiner Muttersprache - auf «Kernkompetenzen» untersucht.
Darunter versteht das EU-Amt für Personalauswahl (EPSO) unter anderem
Analysefähigkeit, Kommunikation, Lernfähigkeit, Prioritätensetzung,
Belastbarkeit und Teamfähigkeit. Die Zahl der Bewerber ist deutlich
höher als die der Stellen. Sefcovic sagte, von 350 000 Kandidaten
hätten im vergangenen Jahr etwa 14 000 die Tests bestanden. Rund
10 000 wurden eingestellt. EPSO-Direktor David Bearfield sagte, er
rechne auch in diesem Jahr wieder mit «Zehntausenden» von Bewerbern.
dpa eb xx z2 mg