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EU scheitert mit Korallenschutz

21.03.2010 15:34

Doha/Hamburg (dpa) - Schmuckkorallen bekommen keinen besonderen
Schutz. Ein entsprechender Antrag der Europäischen Union und der USA
scheiterte am Sonntag knapp auf der Konferenz des Washingtoner
Artenschutzabkommens CITES in Katar. In geheimer Abstimmung habe es
keine Mehrheit für Handelsbeschränkungen gegeben, berichteten die
Umweltorganisationen Pro Wildlife und World Wide Fund for Nature
(WWF) übereinstimmend. Der internationale Handel mit den Roten
Edelkorallen und den Rosa Korallen bleibt damit unreguliert. Beide
Hohltiergattungen sind vor allem von der Schmuckindustrie begehrt.

«Nachdem es die Staaten bereits abgelehnt haben, den Handel mit
Blauflossenthunfischen zu verbieten, ist dies bereits der zweite
Kniefall vor den Interessen der Fischereilobby. Es findet ein
Ausverkauf des Mittelmeeres statt», kritisierte WWF-
Artenschutzexperte Volker Homes am Rande der Konferenz in Katars
Hauptstadt Doha.

Nach seiner Einschätzung droht den Korallen ein drastischer
Rückgang. «Die Rote Koralle ist innerhalb weniger Jahre durch
Übernutzung in die Gefährdung gerutscht.» Die derzeit abgefischten
Edelkorallen seien in der Regel nicht größer als sieben Millimeter
und somit nicht älter als elf Jahre. Die Regeneration von
Korallenkolonien dauere Jahrzehnte, wenn nicht Jahrhunderte.

dpa tim yyzz n1 ff


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