Freiheit am Himmel: Flüge in USA sollen billiger werden
24.06.2010 16:00
Luxemburg/Brüssel (dpa) - Flüge in die USA dürften künftig
billiger werden. Dafür soll das neue Luftverkehrsabkommen «Open
Skies» zwischen der EU und den USA sorgen, das den Wettbewerb am
Himmel stärkt und den europäischen Fluglinien und somit letztlich den
Passagieren günstigere Konditionen liefert. Vertreter von EU und USA
unterzeichneten am Donnerstag beim Treffen der EU-Verkehrsminister in
Luxemburg die zweite Stufe des Vertrags. Der US-Kongress
und das Europaparlament müssen noch zustimmen.
«Freie Flugmöglichkeiten am Himmel nutzen vor allem den
Passagieren und stärken den Transport von Luftfracht über den
Atlantik», sagte Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU). Der
Wettbewerb werde sich dämpfend auf die Preise auswirken. Nach Angaben
der EU-Kommission wird die Öffnung des Luftfahrtmarktes zwischen der
EU und den USA einen wirtschaftlichen Nutzen von rund 12 Milliarden
Euro bringen und bis zu 80 000 neue Jobs schaffen. Die EU und die USA
sind die beiden führenden Luftverkehrsmärkte der Welt.
Das Abkommen erleichtert vor allem Investoren den Zugang zu den
Märkten. So können europäische Investoren künftig die Mehrheit an
US-Fluglinien übernehmen. Damit wird eine seit langem erhobene
Forderung der EU auf niedrigere Hürden für den Markteintritt in den
USA erfüllt. Die USA hatten bislang ihre finanziell ausgelaugten
Fluglinien geschützt, indem sie die maximalen Stimmrechte
ausländischer Investoren auf knapp 25 Prozent begrenzten. Das sahen
die Europäer als massive Benachteiligung.
Der Vertrag legt für beide Seiten einen leichteren Marktzugang,
Regeln für zusätzliche Investitionen sowie Zusammenarbeit beim
Lärmschutz fest. «Das Abkommen markiert einen Durchbruch», sagte
EU-Verkehrskommissar Siim Kallas. «Für Fluggesellschaften und
Flughäfen eröffnet er neue wirtschaftliche Möglichkeiten.» Von eine
r
vollständigen Liberalisierung ist man aber noch entfernt:
«Deutschland wollte mehr», sagte Minister Ramsauer. So sei noch
einiges verbesserungswürdig.
Bereits im März 2008 war der erste Teil des «Open-Skies»-Abkommen
in Kraft getreten. Es erlaubte allen europäischen Fluglinien, auch
von anderen EU-Staaten aus in die USA zu fliegen und umgekehrt.
Voraussetzung dafür sind aber auch immer die entsprechenden
Landerechte an den Flughäfen. Das erleichterte die Flugplanung.
# dpa-Notizblock
## Internet
- [Entwurf für Vertragstext](http://dpaq.de/fm6ed)
- [Mitteilung der EU-Kommission zum Abkommen](http://dpaq.de/tgNYG)
## Orte
- [Treffen Verkehrsminister](Centre de Conférence - Plateau
Kirchberg, Luxemburg)
