Frankreich drängt EU auf bessere Regulierung der Rohstoffmärkte

31.08.2010 12:29

Paris (dpa) - Frankreich will im Vorfeld seiner
G20-Präsidentschaft eine bessere Regulierung der Rohstoffmärkte
durchsetzen. Die Minister Christine Lagarde (Wirtschaft), Jean-Louis
Borloo (Energie) und Bruno Le Maire (Landwirtschaft) haben einen
entsprechenden Brief an die Europäische Kommission geschickt, teilte
die Regierung in Paris am Dienstag mit. Sie fordern darin eine
europäische Initiative, um die als unzureichend empfundene
Regulierung der auf Rohstoffe spezialisierten Finanzmärkte «zu
verbessern». Nötig sei zunächst eine Debatte auf europäischer Ebene
.

Der Vorstoß richtete sich gegen den sogenannten Derivatehandel,
mit dem zunächst bestimmte Risiken wie Ernteausfälle oder hohe
Preisschwankungen bei den Rohstoffen abgesichert werden sollten. Er
habe jedoch die Tore für Spekulationen aller Art geöffnet, betont die
Regierung in Paris. Es bestehe im wenig transparenten Umfeld des
Derivatehandels ein hohes Risiko für Manipulation und
Marktmissbrauch. Frankreich, das ab 2011 der Gruppe der wichtigsten
Industrie- und Schwellenländer (G20) vorsitzen wird, spricht sich für
einen europäischen Regulator oder eine bedeutende Stärkung der
künftigen europäischen Finanzmarktbehörde in diesem Sinne aus.

Der Brief war an die EU-Kommissare Michel Barnier (Finanzen),
Dacian Ciolos (Agrar) und Günther Oettinger (Energie) gerichtet.

# dpa-Notizblock