Europäische Datenschützer gehen gegen Google vor
02.04.2013 16:05
Paris (dpa) - Weiter Ärger für Google in Europa: Datenschützer in
sechs europäischen Ländern gehen wegen umstrittener Regeln zum Umgang
mit Nutzer-Informationen gegen den Internet-Konzern vor. Die
zuständigen Stellen in Deutschland, Frankreich, Italien,
Großbritannien, Spanien und den Niederlanden leiteten am Dienstag
jeweils Untersuchungen zu den Google-Praktiken ein, erklärte die
federführende französische Datenschutzbehörde CNIL.
Zuvor waren bereits «repressive Maßnahmen» angedroht worden. Die
Rede war nun zunächst von weiteren Untersuchungen nach dem jeweiligen
nationalen Recht. Nach Angaben der CNIL in Paris reagieren die
nationalen Datenschützer damit auf ausbleibende Änderungen bei
Google.
Umstritten sind vor allem die seit einem Jahr geltende Regelungen
des Konzerns, wonach Google Nutzerdaten aus unterschiedlichen
Diensten wie dem Videoportal YouTube oder dem Maildienst GMail
gesammelt auswerten werden darf. Datenschützer halten es nicht für
akzeptabel, dass ein übergreifendes Profil der Nutzer ohne deren
Einwilligung oder Widerspruchsrecht erstellt werde. Auch Art und
Dauer der Speicherung von Daten stehen in der Kritik.
Google hatte laut CNIL eine viermonatige Frist ohne wesentliche
Änderungen verstreichen lassen. Auch nach einem Treffen von
Google-Vertretern mit Datenschützern der sechs Länder vor zwei Wochen
seinen keine Veränderungen bemerkt worden.
