Islands neue Regierung setzt EU-Verhandlungen aus

23.05.2013 18:54

Reykjavik (dpa) - Die neue isländische Mitte-Rechts-Regierung will
vorerst nicht weiter mit Brüssel über eine EU-Mitgliedschaft
verhandeln. Er setze die Gespräche aus, sagte der neue Regierungschef
Sigmundur Davíd Gunlaugsson von der liberalen Fortschrittspartei am
Donnerstag nach seiner Amtseinführung in Reykjavik.

Am Mittwoch hatte Gunlaugsson erklärt, die Verhandlungen mit
Brüssel könnten erst weitergehen, wenn die Isländer dem in einem
Referendum zugestimmt hätten. Ein Datum für eine EU-Volksabstimmung
nannte er nicht.

Gunlaugsson (38) machte den Chef der konservativen
Unabhängigkeitspartei, Bjarni Benediktsson (43), zu seinem
Finanzminister. Dem Koalitionskabinett gehören drei Frauen an,
darunter Hanna Birna Kristjansdottir als Innenministerin.

Konservative und Liberale hatten die Parlamentswahlen am 27. April
klar gewonnen. Die abgewählte Mitte-Links-Regierung hatte 2009
Verhandlungen mit der EU aufgenommen. Im Jahr zuvor war das Land
wegen eines Bankenkollapses in eine Finanz- und Wirtschaftskrise
gestürzt. Eine große Mehrheit der Isländer lehnt Umfragen zufolge
einen EU-Beitritt ab.