Draghi: Märkte haben wieder «volles Vertrauen» in den Euro

23.05.2013 23:46

London (dpa) - EZB-Chef Mario Draghi sieht deutliche Fortschritte
auf dem Weg aus der Euro-Krise. «Wir können deshalb mit Sicherheit
sagen, dass unsere Währungsunion heute wesentlich stabiler ist als
noch vor einem Jahr», sagte Europas oberster Währungshüter am
Donnerstagabend in London. Der Kollaps der Eurozone sei bei Anlegern
kaum noch ein Thema. «Die Märkte haben volles Vertrauen, dass der
Euro eine starke und stabile Währung ist.»

Die schmerzhaften Reformen in den Krisenländern würden erste
Früchte tragen, so der Präsident der Europäischen Zentralbank (EZB)
weiter. «Wir sehen dies zum Beispiel an den beeindruckenden
Verbesserungen der Exportwirtschaften in Irland, Spanien und
Portugal.» Dennoch bleibe die Situation im Währungsraum eine
Herausforderung, sagte Draghi. Die Wirtschaftsleistung schrumpfe seit
sechs Quartalen. «Die Lage am Arbeitsmarkt bleibt schwach.»

Zudem forderte der EZB-Chef, bei der Bankenunion nicht locker zu
lassen. Mit der gemeinsamen Aufsicht sei ein wichtiger erster Schritt
gemacht. Um die Abhängigkeiten zwischen maroden Kreditinstituten und
hoch verschuldeten Staaten zu beseitigen, sei ein einheitlicher
Abwicklungsmechanismus aber unverzichtbar. Ähnlich hatte sich zuvor
der französische EZB-Direktor Benoit Coeure in Kopenhagen geäußert.


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