DAAD-Präsidentin warnt vor Schaden für britische Hochschulstandorte

11.01.2017 17:35

Bonn/Oxford (dpa) - Die Präsidentin des Deutschen Akademischen
Austauschdienstes (DAAD), Margret Wintermantel, hat angesichts des
geplanten Brexits vor einem Ansehensverlust für die britische
Hochschullandschaft gewarnt.

«Rechtliche Einschränkungen für EU-Bürger werden das Vereinigte
Königreich ziemlich sicher zu einem weniger attraktiven Standort
machen», sagte sie am Mittwoch in Oxford bei einer Anhörung im
Bildungsausschusses des britischen Parlaments. Die Regierung in
London solle «den derzeitigen Status von EU-Akademikern an britischem
Universitäten garantieren» und absichern, dass zwischen Hochschulen
in der EU und Großbritannien «Bewegungsfreiheit» fortbestehe.

Für deutsche Studierende und Wissenschaftler ist Großbritannien eines
der wichtigsten Zielländer. Wegen des geplanten EU-Austritts gibt es
nun große Sorgen, dass EU-Wissenschaftler - gegenwärtig 15 Prozent
des wissenschaftlichen Personals in Großbritannien - dort nicht
länger arbeiten können oder wollen. Viele EU-Studierende kommen mit
dem «Erasmus+»-Programm nach Großbritannien und müssen bisher keine

Studiengebühren bezahlen - nach dem Brexit könnte das anders werden.

Rund 5000 deutsche Studenten waren laut DAAD zuletzt mit dem
Erasmus-Programm in Großbritannien, gut 2100 Briten studierten über
Erasmus in Deutschland. «Der DAAD würde es bedauern, wenn britische
Studenten künftig nicht mehr am Erasmus-Programm teilnehmen könnten»,

sagte Wintermantel in Oxford.



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