Anhörungen für Nord Stream 2 gestartet

17.07.2017 15:54

Stralsund (dpa) - Das deutsche Genehmigungsverfahren für den Bau der
umstrittenen Erdgaspipeline Nord Stream 2 ist am Montag in eine
weitere Runde gegangen. Anderthalb Monate nach Ende der Einwendefrist
startete in Stralsund hinter verschlossenen Türen der fünftägige
Erörterungsmarathon. Nach Auffassung von Umweltverbänden widerspricht
der Pipelinebau den energiepolitischen Zielen der Bundesrepublik mit
der von ihr eingeleiteten Energiewende.

Der World Wide Fund For Nature (WWF) hält den Antrag für nicht
genehmigungsfähig. Mit dem Bau würden allein in der deutschen
Ausschließlichen Wirtschaftszone 239 Tonnen Phosphor freigesetzt.
Verbesserungen verlangt der WWF zudem beim geplanten Umweltausgleich.

Ein Sprecher von Nord Stream 2 verwies auf das Umweltmonitoring nach
dem Bau der ersten Pipeline. «Wir können mit realen Daten nachweisen,
dass der Eingriff in die Umwelt nur punktuell und zeitlich begrenzt
ist», sagte der Sprecher.

Das Unternehmen will 2018 mit dem Bau der 1200 Kilometer langen
Ostseepipeline beginnen, durch die jährlich bis zu 55 Milliarden
Kubikmeter russisches Erdgas nach Deutschland transportiert werden
können. Die geplante Strecke verläuft weitgehend parallel zur ersten
Nord-Stream-Trasse, die 2011 in Betrieb ging. Der Bau stößt vor allem
im Baltikum und in Polen politisch auf großen Widerstand. Auch die
EU-Kommission hat starke Bedenken und will Russland in Verhandlungen
vorab Zugeständnisse abtrotzen. Die Bundesregierung unterstützt das
etwa 9,5 Milliarden Euro teure Vorhaben hingegen.

Dem Bergamt Stralsund und dem Bundesamt für Seeschifffahrt und
Hydrographie (BSH) als deutschen Genehmigungsbehörden liegen eigenen
Angaben zufolge insgesamt mehr als 200 Stellungnahmen und
Einwendungen vor.



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