Bauerntag in Pasewalk: Debatte zu Wolf und Pflanzenschutz erwartet

08.11.2017 05:30

Was kommt von Seiten der EU auf die Bauern zu? Mit dieser Frage
wollen sich Landwirte beim deutsch-polnischen Bauerntag in Pasewalk
befassen. Neben dem Pflanzenanbau wird man wegen etlicher Attacken
auch am Thema «Wolf» nicht vorbeikommen, meinen Teilnehmer.

Pasewalk (dpa/mv) - Aktuelle Probleme in der Agrarpolitik kommen am
Mittwoch (10.00 Uhr) beim deutsch-polnischen Bauerntag in Pasewalk
(Kreis Vorpommern-Greifswald) auf den Tisch. Erwartet werden rund 200
Landwirte, Politiker und Experten für Pflanzenzucht und Verarbeitung
organischer Abfälle aus Polen und Deutschland. Nach etlichen Attacken
der Wölfe auf Nutztiere in der Region dürfte auch der Umgang mit den
Raubtieren generell und speziell mit «auffälligen Wölfen» diskutier
t
werden, sagte eine Sprecherin des Kreisbauernverbandes Uecker-Randow.

Der Bauerntag, der im Wechsel in Polen und auf deutscher Seite
stattfindet, gilt als wichtiger Erfahrungsaustausch für Landwirte aus
Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg und den Woiwodschaften im Westen
Polens. In Pasewalk werden auch der Vorsitzende der polnischen
Landwirtschaftskammern Wiktor Smulewicz und Landesagrar- und
Umweltminister Till Backhaus (SPD) erwartet.

Ein Schafhalter aus Ramin östlich von Pasewalk hatte vor wenigen
Wochen als erster Landwirt im Nordosten einen Antrag auf Abschuss
eines Problemwolfes gestellt. Das Tier soll trotz Sicherheitszaun
mehrfach die Herde des Mannes auf dem Gelände eines Solarparks
attackiert und einen Großteil der Schafe getötet haben. Anfangs
erklärten sich Landkreis und Landesministerium gegenseitig für
«zuständig», entschieden aber nicht. Schließlich legte das Land fes
t,
dass der Abschuss verschoben und nun erst der Zaun gegen Unterwühlen
nochmals verstärkt werden soll.

Bisher war auf Untergrabungsschutz bei Solarparks verzichtet worden,
damit Kleinwild wie Hasen oder Igel durchschlüpfen können.
Herdenschutzhunde sind auf Solarparks nicht gestattet, damit
Techniker immer freien Zugang zu den Anlagen haben. Die bundesweite
Vereinigung der Landesschafzuchtverbände fordert eine Bundes-Regelung
für den Abschuss von Problemwölfen, da in anderen Bundesländern
Umweltverbände solche Abschüsse mit Klagen verhinderten.

Auch Rinderhalter in der Region Pasewalk und in Westmecklenburg
fordern nach mehreren Attacken gegen Kälber und Jungkühe ein härteres

Vorgehen gegen die sich weiter ausbreitenden Raubtiere. 



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