Minister Hermann: EU-Klimaschutzpläne für Autos ohne Ehrgeiz

09.11.2017 09:07

Baden-Baden (dpa/lsw) - Der baden-württembergische Verkehrsminister
Winfried Hermann (Grüne) hat die EU-Klimaschutzpläne für Autos als
wenig ambitioniert bezeichnet. Er sehe nicht, wie mit einem solchen
Konzept bis 2050 emissionsfreie Mobilität erreicht werden könne,
sagte Hermann im Südwestrundfunk am Donnerstag in Baden-Baden. Dass
die Autoindustrie jammere und von «extremen Herausforderungen»
spreche, habe gar nichts zu sagen; sie wäre durchaus in der Lage,
Umweltauflagen zu erfüllen, meinte der Grünen-Politiker.

Hermann forderte im Zuge der vorgesehene Senkung des
Kohlendioxid-Ausstoßes um 30 Prozent mehr Druck auf die
Autoindustrie. Die EU strebe an, bis zum Jahr 2050 klimaneutralen
Autoverkehr zu erreichen. Bis dahin sei es «nicht mehr allzu lange».
Deshalb müsse man jetzt bei den Sondierungsgesprächen auch einen
«Pfad» festlegen, wie man zu diesem Ziel komme.

Den Sondierungsparteien, vor allem CSU und FDP, warf der Minister
vor, die Ziele des Pariser Klimavertrags nicht ernst zu nehmen. Wenn
man diese Ziele erreichen wolle, müsse man entsprechende Maßnahmen
einleiten. Die Grünen hätten Vorschläge gemacht, er erwarte «jetzt

wirklich, dass auch die anderen darauf eingehen».

Die EU-Pläne waren schon am Dienstag bekannt geworden. So sollen
Neuwagen bis zum Jahr 2025 im Schnitt zunächst 15 Prozent weniger
Kohlendioxid ausstoßen, bis 2030 dann 30 Prozent weniger. Sonst
drohen den Autobauern empfindliche Strafen.



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