Weiterhin keine Mehrheit für Glyphosat-Zulassung ab 2018

09.11.2017 11:33

Brüssel (dpa) - Die Zukunft des umstrittenen Unkrautvernichters
Glyphosat in Europa ist zunächst weiter offen. Bei einer Abstimmung
im zuständigen Expertengremium der EU-Länder am Donnerstag in Brüssel

gab es nach Angaben aus EU-Kreisen nicht die nötige Mehrheit für eine
Verlängerung der Lizenz. Diese läuft Mitte Dezember aus. Auf dem
Tisch lag ein Vorschlag der EU-Kommission für eine Verlängerung um
fünf Jahre. In dem Ausschuss sitzen Experten der 28 EU-Länder.

An Glyphosat gibt es viel Kritik. Einerseits ist der
Unkrautvernichter sehr wirksam, gilt als preiswert und wird weltweit
genutzt. Denn als Total-Herbizid wirkt Glyphosat auf sämtliche grüne
Pflanzen. Es hat damit ein so breites Spektrum wie kaum ein anderer
Herbizid-Wirkstoff. Andererseits steht Glyphosat auch im Verdacht,
Krebs zu erregen und die Umwelt zu schädigen.

Wissenschaftler sind uneins über das Krebsrisiko durch Glyphosat. Die
Internationale Krebsforschungsagentur der Weltgesundheitsorganisation
(WHO) stufte den Unkrautvernichter 2015 als «wahrscheinlich
krebserregend» für Menschen ein. Die Lebensmittelbehörden Efsa und
die Chemikalienagentur Echa kamen aber zu dem Ergebnis, dass die
verfügbaren wissenschaftlichen Erkenntnisse für eine solche
Einstufung nicht ausreichten. Umweltschützer zweifeln an der
Aussagekraft der zugrundeliegenden Studien.



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