Ringen um erste Kompromisse bei den Brexit-Verhandlungen

09.11.2017 17:47

Brüssel (dpa) - Knapp fünf Monate nach Beginn der Brexit-Gespräche
suchen Großbritannien und die Europäische Union immer noch
Kompromisslinien zu den ersten großen Knackpunkten. «Es ist jetzt
höchste Zeit, die wichtigsten Prinzipien eines geordneten Ausstiegs
zu klären», forderte EU-Chefunterhändler Michel Barnier am Donnerstag

auf Twitter. In Brüssel kamen Experten beider Seiten zur sechsten
Verhandlungsrunde zusammen. Zum Abschluss will Barnier am Freitag mit
Brexit-Minister David Davis erneut Zwischenbilanz ziehen.

Großbritannien will die EU im März 2019 nach mehr als 40 Jahren
Mitgliedschaft verlassen. Bis dahin sollen die Bedingungen einer
gütlichen Trennung und Eckpunkte eines Vertrags über die künftigen
Beziehungen vereinbart sein. Die EU will zunächst Zugeständnisse bei
drei Themen, die ihr besonders wichtig sind: Zahlungen
Großbritanniens für gemeinsam eingegangene Verpflichtungen, Garantien
für EU-Bürger in Großbritannien und eine Klärung der künftigen La
ge
an der irisch-nordirischen Grenze.

Erst wenn die EU offiziell «ausreichende Fortschritte» bei allen drei
Punkten feststellt, will sie über die künftigen Beziehungen sprechen,
was Großbritannien besonders wichtig ist. Im Oktober hatten die
Staats- und Regierungschefs der 27 bleibenden EU-Länder festgehalten,
dass es noch nicht so weit sei. Doch stellten sie in Aussicht, Mitte
Dezember die zweite Phase der Gespräche einzuläuten.



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