Zukunft für Glyphosat-Einsatz weiter offen - BUND enttäuscht

09.11.2017 18:42

Brüssel/Schwerin (dpa/mv) - Der Umweltschutzverband BUND in
Mecklenburg-Vorpommern hat enttäuscht auf die neuerliche Verschiebung
der Glyphosat-Entscheidung durch die EU reagiert. «Eine
gesellschaftliche Mehrheit in Deutschland will das endgültige Aus für
Glyphosat. Wenn Deutschland einen Kompromissvorschlag macht, dann
sollte klar sein, dass Glyphosat nach drei Jahren in der EU endgültig
Geschichte ist», sagte BUND-Landesgeschäftsführerin Corinna Cwielag
am Donnerstag in Schwerin. Zudem forderte sie, dass der umstrittene
Unkrautvernichter sofort für den Privatgebrauch und für den Einsatz
im öffentlichen Raum verboten wird.

An Glyphosat gibt es viel Kritik. Der Unkrautvernichter gilt als
preiswert und wird weltweit genutzt. Wissenschaftler sind aber uneins
über das von der Chemikalie ausgehende Krebsrisiko. Im zuständigen
Expertengremium der EU-Länder gab es am Donnerstag in Brüssel keine
nötige Mehrheit zur Verlängerung der Lizenz für das in Europa bis
Mitte Dezember zugelassene Glyphosat. Nun soll ein
Vermittlungsverfahren eingeleitet werden.

Die neuerliche Verschiebung biete vor allem eines: «Raum und Zeit für
Lobbyismus», erklärte Cwielag. Sie warf Bundesagrarminister Christian
Schmidt (CSU) vor, im Interesse der Agrarindustrie zu handeln, wenn
er unabgesprochen bereits die Zustimmung Deutschlands zu einer
Verlängerung signalisiere. Das SPD-geführte Bundesumweltministerium
sei klar gegen jedwede Verlängerung von Glyphosat. Schmidts Vorgehen
sei daher «inakzeptabel». Eine Wiederzulassung von Glyphosat für drei

Jahre mit Aussicht auf eine erneute Verlängerung sei keine Option.



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