Studie: Brexit kostet Deutschland Milliarden

10.11.2017 08:08

Berlin (dpa) - Der Austritt Großbritanniens aus der Europäischen
Union (Brexit) kommt Deutschland teuer zu stehen. Nach einer Studie
des EU-Parlaments, aus der die Zeitungen der Funke Mediengruppe
(Freitag) zitieren, dürften dem EU-Haushalt nach einem Brexit
dauerhaft netto 10,2 Milliarden Euro fehlen. Davon müsste Deutschland
als größter Nettozahler bei unveränderten Rahmenbedingungen rund 3,8

Milliarden Euro übernehmen. Das entspreche einer Steigerung der
jährlichen Beitragszahlungen um 16 Prozent.

«Der Brexit erhöht nicht nur die Finanzierungslast für die EU-27,
sondern verändert auch die Verteilung der Belastungen», heißt es dem

Medienbericht zufolge in der Expertise. Deutschland und Länder wie
die Niederlande und Schweden profitierten derzeit von einem Rabatt
auf den «Britenrabatt», mit dem London seine Zahlungen reduzieren
konnte. Diese Vergünstigungen fielen nach dem Brexit weg.

Frankreich müsste nach dem Brexit dem Bericht zufolge 1,2 Milliarden
Euro mehr bezahlen, Italien rund eine Milliarde. Bislang zahlten
Deutschland jährlich netto mehr als 14 Milliarden und Frankreich 5
bis 6 Milliarden Euro. Wie viel am Ende jedes Land zusätzlich tragen
muss, hängt aber auch davon ab, ob die EU sich wegen des Brexits zu
einer Sparpolitik gezwungen sieht oder neue Steuern einführt.



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