Dreyer betont: Erinnerung an Ersten Weltkrieg wachhalten

10.11.2017 16:49

Hartmannsweilerkopf (dpa/lrs) - Die rheinland-pfälzische
Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) sieht im Gedenken an die Toten
des Ersten Weltkriegs auch die Grundlage für ein friedliches
Miteinander mit Frankreich. «Wir müssen die Erinnerung an diesen
schlimmsten Irrweg der deutsch-französischen Geschichte
aufrechterhalten», sagte Dreyer laut Mitteilung vom Freitag bei einer
Gedenkzeremonie auf dem Hartmannsweilerkopf im Elsass in Frankreich.
«Denn diese Geschichte ist eine große Verantwortung für die
gemeinsame Zukunft.» Aus Feinden seien gute Nachbarn und enge Partner
geworden. Zum Bewusstsein der Gemeinsamkeit der Nachbarn gehörten
zum Beispiel Schüleraustausch und gemeinsame Studiengänge.

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier verurteilte übertriebenen
Patriotismus und Nationalismus. Jede Generation müsse für sich aufs
Neue erlernen, «die Idee der Nation von der Ideologie des
Nationalismus» zu unterscheiden, sagte er an der Seite von
Frankreichs Staatschef Emmanuel Macron auf dem Hartmannsweilerkopf.
Die beiden Staatschefs weihten dort bei eisigem Winterwetter das
erste deutsch-französische Museum zum Ersten Weltkrieg ein. Es soll
die Versöhnung der beiden EU-Kernländer symbolisieren. Der über ein

Jahr lang umkämpfte Hartmannsweilerkopf in den Vogesen ist wegen der
30 000 Toten als «Menschenfresser» bekannt geworden.

Macron plädierte für eine «gemeinsame Lektüre» der
deutsch-französischen Geschichte. «Was wir heute tun, (...) ist, eine
gemeinsame Geschichte zu bauen, weil sie der Sockel einer gemeinsamen
Zukunft ist.»



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