Bundesbankpräsident: Nicht bei niedrigen Zinsen verharren

10.11.2017 18:17

Frankfurt/Main (dpa) - Bundesbankpräsident Jens Weidmann warnt davor,
die Phase niedriger Zinsen länger als nötig auszuweiten. In einer
Diskussionsrunde der «Leipziger Volkszeitung» (Samstagausgabe) sagte
Weidmann, die Situation sei eine «zentrale Herausforderung» für die
Europäische Zentralbank. Diese Phase dürfe «nicht länger andauern a
ls
mit Blick auf die Preisstabilität nötig wäre». Einen raschen
Kurswechsel der EZB erwartet er demnach nicht. Der Bundesbank-Chef
zeigte sich überzeugt, dass Zinserhöhungen in den USA «teilweise auch

zu uns herüberschwappen» dürften.

Die EZB wird die Leitzinsen nach Einschätzung des österreichischen
Zentralbankchefs Ewald Nowotny nicht vor dem Jahr 2019 anheben, wie
er am Freitag im österreichischen Rundfunk sagte. Nowotny, der als
Notenbankchef im entscheidenden EZB-Rat sitzt, begründete seine
Sichtweise mit dem Zinsversprechen. Das sehe vor, die Zinsen erst
anzuheben, wenn die Wertpapierkäufe schon längere Zeit beendet seien.

Die Anleihekäufe der EZB laufen bis mindestens September 2018. Danach
solle der EZB-Rat das Kaufprogramm beenden, soweit sich die
Konjunktur erwartungsgemäß entwickle, sagte Nowotny. Damit sei
realistischerweise erst im Jahr 2019 von einer ersten Anhebung des
Leitzinses auszugehen.



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