WDR: Berlin akzeptiert schärfere EU-Auflagen für Kohlekraftwerke

11.11.2017 06:00

Berlin (dpa) - Auf die deutschen Kohlekraftwerke kommen einem
Medienbericht zufolge schärfere Umweltauflagen zu. Wie der
Westdeutsche Rundfunk (WDR) unter Berufung auf das Umweltministerium
berichtet, verzichtet die Bundesregierung auf eine Klage gegen die
Ende Juli von der EU beschlossenen Auflagen. Diese sehen strengere
Grenzwerte für Quecksilber, Stickoxid und Feinstaub vor. Die Frist
für eine solche Klage ist laut WDR in der Nacht zu diesem Samstag
ausgelaufen.

Deutschland hatte gemeinsam mit anderen Kohle-Ländern wie Polen und
Tschechien gegen die neuen Grenzwerte gestimmt. Mitte August hatten
die Ministerpräsidenten von Nordrhein-Westfalen, Sachsen,
Sachsen-Anhalt und Brandenburg in einem gemeinsamen Brief die
Bundesregierung gedrängt, gegen den EU-Beschluss zu klagen.

Infolge der strengeren Grenzwerte, die von 2021 an gelten sollen,
müssten laut einer Studie des US-amerikanischen Institute for Energy
Economics and Financial Analysis (IEEFA) rund ein Drittel aller
Kohlekraftwerke in der EU - vor allem Braunkohlekraftwerke - entweder
geschlossen oder aufwendig nachgerüstet werden, berichtete der WDR
weiter. Besonders betroffen wären demnach unter anderem die
Braunkohlekraftwerke Jänschwalde in Brandenburg und Neurath in
Nordrhein-Westfalen.



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