EU-finanzierte Flüchtlingsrettung aus Libyen soll ausgebaut werden

13.11.2017 02:22

Genf (dpa) - Die Vereinten Nationen wollen die mit EU-Geldern
finanzierte Rückführung von Flüchtlingen aus Libyen in das
Nachbarland Niger nach der ersten erfolgreichen Rettung am Wochenende
schnell ausbauen. Bis Ende des Jahres sollen bis zu 500 besonders
gefährdete Menschen aus Libyen in Gästehäusern nahe der nigrischen
Hauptstadt Niamey in Sicherheit gebracht werden, sagte Vincent
Cochetel, der Beauftragte für Mittelmeer-Flüchtlinge beim
UN-Flüchtlingshilfswerk UNHCR, der Deutschen Presse-Agentur in Genf.

25 in Libyen gestrandete Flüchtlinge aus Äthiopien, Eritrea und
dem Sudan waren am Samstag als erste in Niamey eingetroffen. Die EU
finanziere das Programm, sagte Cochetel. Niger grenzt südlich an
Libyen und ist ein Haupttransitland für Flüchtlinge, die über das
Mittelmeer nach Europa wollen. Am Montag berät in Bern die
«Kontaktgruppe Zentrales Mittelmeer» aus Regierungsvertretern Afrikas
und Europas über einen besseren Schutz für die Menschen.

In Libyen werden nach UNHCR-Schätzung mindestens 17 000 Flüchtlinge
und Migranten unter oft menschenunwürdigen Umständen in offiziellen
Lagern festgehalten. Tausende weitere werden in teils unterirdischen
Verließen vermutet. Dort foltern Gangster sie oft während
Telefongesprächen mit Angehörigen, um Geld zu erpressen.



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