EZB-Vize: Notenbank muss wirtschaftliche Erholung weiter stützen

13.11.2017 11:15

Frankfurt/Main (dpa) - EZB-Vizepräsident Vítor Constâncio warnt vor
einer Überbewertung der wirtschaftlichen Erholung im Euroraum.
Zweifelsohne gebe es einen breiten, robusten Aufwärtstrend, sagte
Constâncio am Montag bei einer Konferenz in Frankfurt. Doch die
positive Entwicklung dürfe nicht zu Selbstgefälligkeit führen. «Die

Inflation ... ist nach wie vor unterhalb unseres Ziels - nach vier
Jahren Wachstum oberhalb des Potenzials.»

Die Europäische Zentralbank (EZB) strebt mittelfristig eine
Teuerungsrate von knapp unter 2,0 Prozent an - weit genug entfernt
von der Nullmarke. Denn dauerhaft niedrige oder gar sinkende Preise
könnten Verbraucher und Unternehmen dazu verleiten, Investitionen
aufzuschieben. Das könnte die Konjunktur bremsen. Darum versucht die
Notenbank seit Jahren, mit viel billigem Geld gegenzusteuern.

Im Oktober hatten die Währungshüter den ersten vorsichtigen Schritt
zum Einstieg in den Ausstieg aus der ultralockeren Geldpolitik
beschlossen: Die EZB verlängert zwar ihre vor allem in Deutschland
umstrittenen Wertpapierkäufe bis Ende September 2018, halbiert aber
das Volumen ab Januar auf monatlich 30 Milliarden Euro. «Wir erfüllen
unser Mandat noch nicht, darum muss die Geldpolitik weiterhin sehr
unterstützend sein», bekräftigte Constâncio.



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