Bankenaufseher: Banken müssen Problemkredite endlich abbauen

14.11.2017 10:52

Frankfurt/Main (dpa) - Europas Bankenaufseher fordern von der Branche
mehr Anstrengungen zum Abbau von Problemkrediten. Zwar seien die
Bestände ausfallgefährdeter Darlehen («Non-Performing Loans»/NPL) i
m
Euroraum seit 2015 um fast 200 Milliarden auf 795 Milliarden Euro
verringert worden. Aber faule Kredite seien weiterhin «die größte
Herausforderung» für den Bankensektor, sagte die Vize-Chefin der
EZB-Bankenaufsicht, Sabine Lautenschläger, am Dienstag in Frankfurt.

«Die Bestände sind in Teilen des Bankensektors immer noch zu hoch.
Darum müssen Banken handeln. Und das Umfeld dafür könnte nicht besser

sein», betonte Lautenschläger mit Blick auf das robuste
Wirtschaftswachstum. Die teils hohen Bestände solcher Altkredite
bremsen Banken aus, frisches Geld zu vergeben. Bekommen Unternehmen
notwendige Kredite nicht, müssen Investitionen eventuell aufgeschoben
werden, und der Aufschwung kommt ins Stocken.

Nach dem Willen der Europäischen Zentralbank (EZB) sollen Europas
Banken Problemkredite künftig schrittweise zu 100 Prozent über
Rückstellungen absichern. Die Notenbank beaufsichtigt die 120 größten

Banken im Währungsraum direkt.

Der Chef der europäischen Bankenaufsicht EBA, Andrea Enria,
bekräftigte, es gebe in Sachen notleidender Kredite nach wie vor
«eine Menge Banken, die nicht genug unternommen haben». In 8 der 28
EU-Staaten liege die NPL-Rate bei mehr als 10 Prozent und damit
deutlich über dem EU-Schnitt von 4,5 Prozent. Vor allem Institute in
Südeuropa sind betroffen.

Europas oberste Bankenabwicklerin Elke König verwies darauf, dass
faule Kredite mit zum jüngsten Scheitern einiger Banken in Italien
beigetragen hätten. Sie forderte die Branche auf, genauere Daten über
Problemkredite vorzuhalten - alleine schon, um diese notfalls
abstoßen zu können.



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