Mann des Ausgleichs - Bernd Gögel neuer AfD-Fraktionschef

16.11.2017 12:48

Stuttgart (dpa/lsw) - Mit dem 62 Jahre alten Bernd Gögel als neuem
Chef der AfD im Stuttgarter Landtag soll mehr Ruhe in die immer
wieder von Grabenkämpfen erschütterte Fraktion einkehren. «Die AfD
muss dringend in die Sacharbeit eintreten», hatte Gögel schon kurz
vor der Wahl gesagt. Das dürfte nun sei wichtigstes Ziel sein.

Der selbstständige Speditionskaufmann aus Tiefenbronn im Wahlkreis
Enz setzte sich gegen vier Mitbewerber im letzten Wahlgang am
Donnerstag am Ende mit 14 von 21 Stimmen durch. Der Mann aus dem
Enzkreis gilt über die verschiedenen Strömungen in der Partei hinweg
als Mann des Ausgleichs und als gemäßigter Nationalist.

Der wegen seiner Heimatverbundenheit in den eigenen Reihe geschätzte
Gögel wurde am 9. Januar 1955 in Niefern geboren. In der Politik ist
er noch nicht lange aktiv - sein Aufstieg ist aber steil.

Der Familienvater und bekennende Christ (evangelisch) trat im März
2013 in die AfD ein. Seit März 2014 ist er Sprecher des
Kreisverbandes Pforzheim/Enzkreis. Nun führt er die vor SPD und FDP
stärkste Opposition im Stuttgarter Landtag. Nach dem Abgang von zwei
Abgeordneten sind aktuell 21 Mitglieder in der Fraktion.

«Wir sind auf einem guten Weg für eine neue Partei», meinte Gögel.
Es
gelte, künftig die Fraktion mit den ganz unterschiedlichen
Charakteren zu einen. Weil eine Fraktion ein Team sei, müssten sich
einzelne Mitglieder auch unterordnen können, betonte er.

Zwar ist der neue Fraktionschef bisher kaum als großer Redner in
Erscheinung getreten im Landtag. Doch selbst kritische Stimmen
innerhalb der Fraktion - wie der Abgeordnete Heinrich Fiechtner -
bescheinigen ihm ein ausgleichendes Wesen und ein «alterspräsidiales
Auftreten».



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