Rechnungsprüfer: Brüssel mit Mängeln in Griechenlandkrise

16.11.2017 13:36

Luxemburg (dpa) - Die europäischen Rechnungsprüfer haben das Vorgehen
der EU-Kommission in der Griechenland-Finanzkrise deutlich
kritisiert. Die Brüsseler Behörde habe anfangs keine Erfahrungen mit
derartigen Hilfsprogrammen gehabt, keine Prioritäten für die
Umsetzung von Reformen festgelegt und auch keine breiter angelegte
Strategie für das pleitebedrohte Land gehabt, teilte der Europäische
Rechnungshof am Donnerstag in Luxemburg mit.

Zwar habe es bei der Finanzstabilität und bei Reformen Fortschritte
gegeben. Doch die Programme hätten nur eingeschränkt zu Griechenlands
wirtschaftlicher Erholung beigetragen, befanden die Prüfer.

Griechenland war nach der globalen Finanz- und Wirtschaftskrise in
die Schuldenkrise gerutscht und wurde seit 2010 mit internationalen
Krediten vor der Pleite bewahrt. Das Geld kam von den Euro-Partnern
sowie dem Internationalen Währungsfonds (IWF). Die EU-Kommission war
Teil der Kontrollgruppe der internationalen Geldgeber.

Bislang wurden drei Hilfsprogramme bereitgestellt, das aktuelle läuft
bis Mitte 2018 und hat ein Volumen von bis zu 86 Milliarden Euro. Im
Gegenzug muss das Land weitreichende Reformen und Einsparungen
umsetzen.



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