EU-Austritt vertont: Brexit-Big-Band geht auf Tour

18.11.2017 10:27

London (dpa) - Während sich die Politik darum streitet, wie der
EU-Austritt Großbritanniens aussehen soll, hat ein Künstler den
Brexit bereits musikalisch interpretiert.

Mit seinem experimentellen Projekt «Matthew Herbert's Brexit Big
Band» will der britische Musikproduzent Matthew Herberts auf Tour
durchs Vereinigte Königreich und Europa gehen. Unterwegs will er
lokale Musiker und Chöre einbinden. Die 16-köpfige Big Band und der
rund 100 Mann starke Chor traten schon in London und bei einem
Festival in Japan auf.

Treibende Motivation war für ihn Ärger. «Meine Wut über die
Ungerechtigkeit des Ganzen zieht sich quer durch die ganze
Angelegenheit», sagte Herbert dem US-Magazin «Politico». Ziel sei es,

die künstlerische und musikalische Zusammenarbeit über nationale
Grenzen hinaus zu feiern. 

«Die Botschaft von Teilen der Brexit-Kampagne war, dass wir als
Nation allein besser aufgestellt sind. Ich fechte diese Idee an»,
sagte Herbert. Trotzdem legt er Wert darauf, dass er den EU-Austritt
nicht abwenden will. «Das ist kein Anti-Brexit-Projekt», schreibt er
in einem Statement auf seiner Webseite.

Mit dem Startschuss des Musikprojekts rief Herbert auch zu einem
«Brexit Sound Swap» auf. Dabei kann jeder drei Sekunden
Brexit-Geräusche auf eine öffentlich zugängliche Plattform hochladen

und so zum Musikprojekt und der dahinterstehenden Idee beitragen. 

Das Projekt  soll so lang dauern wie die Brexit-Verhandlungen. Erst
mit dem EU-Austritt Großbritanniens im März 2019 soll ein
abschließendes mehrsprachiges Album veröffentlicht werden.



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