Nahles wütend: Merkel verhinderte Barley-Reise zu EU-Sozialgipfel

19.11.2017 07:20

Berlin (dpa) - Gerade hat Angela Merkel alle Hände voll zu tun, mit
FDP und Grünen eine mögliche Jamaika-Koalition zu schmieden, da
bekommt sie Ärger mit Noch-Partner SPD in der geschäftsführenden
Bundesregierung. SPD-Fraktionschefin Andrea Nahles wirft der
Kanzlerin vor, Deutschlands Ansehen in Europa beschädigt zu haben -
weil sie verhindert habe, dass Arbeits- und Familienministerin
Katarina Barley (SPD) als ihre Vertretung zum EU-Sozialgipfel ins
schwedische Göteborg fährt. 

«Die Bundeskanzlerin zeigt schon vor Abschluss der
Sondierungsgespräche das neue deutsche Jamaika-Gesicht: Die
europäischen Staatschefs erklären in Göteborg feierlich, sozialer zu

werden durch faire Löhne und Renten, gute Versorgung bei Gesundheit
und Pflege - und Deutschland ist nicht dabei», sagte Nahles der
Deutschen Presse-Agentur. «Merkel hat verhindert, dass unser Land in
Göteborg vertreten ist. Die zuständige Ministerin Katarina Barley
wäre bereit gewesen, an Merkels Stelle zur Unterzeichnung der
Erklärung zu fahren. Doch Frau Merkel wollte das ausdrücklich nicht.»


Merkel selbst hatte schon vor Wochen erklärt, dass sie wegen der
Jamaika-Gespräche nicht nach Göteborg fahren werde. Andere Staats-
und Regierungschefs waren in Schweden, darunter Frankreichs Präsident
Emmanuel Macron. Dort bekannten sich die 28 EU-Staaten am Freitag zu
gemeinsamen sozialen Standards, darunter faire Löhne, Hilfe bei
Arbeitslosigkeit und angemessene Renten. 



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