Drei Länder ziehen Bewerbungen für EU-Behörden zurück

20.11.2017 14:09

Brüssel/Bonn (dpa) - Kurz vor der Entscheidung über den künftigen
Standort von zwei bislang in London beheimateten EU-Behörden haben
mehrere Länder ihre Kandidaturen zurückgezogen. Wie ein EU-Sprecher
am Montag sagte, bewerben sich Malta, Kroatien und Irland nicht mehr
um den Sitz der für die Bewertung und Überwachung von Arzneimitteln
zuständige EMA. Die deutsche Kandidatenstadt Bonn hat damit jetzt
noch 15 Konkurrenten.

Vertreter der EU-Staaten wollten an diesem Montagnachmittag in
Brüssel in einer geheimen Wahl darüber abstimmen, wohin die Standorte
der EMA und der Bankenaufsichtsbehörde EBA verlegt werden. Beide
Behörden sollen wegen des geplanten EU-Austritts Großbritanniens so
schnell wie möglich in eines der 27 verbleibenden EU-Länder
umgesiedelt werden.

Bei den Bewerbungen für den künftigen Sitz der EBA gab es bis zuletzt
keine Änderungen. Frankfurt am Main konkurriert damit weiterhin mit
sieben anderen Städten.

Gründe für den Rückzug der EMA-Kandidaturen wurden nicht genannt.
Nach Angaben aus EU-Kreisen versuchten zahlreiche Länder allerdings
bis zuletzt mit Absprachen, die Erfolgsaussichten für eine Kandidatur
zu verbessern. So könnte Irland beispielsweise seine wenig
aussichtsreiche EMA-Bewerbung zurückgezogen haben, um dafür
Unterstützung für die ebenfalls abgegebene EBA-Bewerbung zu bekommen.

Der bei der Wahl für Deutschland abstimmende Europastaatsminister
Michael Roth (SPD) wollte am Montagvormittag keine Prognose über den
Ausgang abgeben. Deutschland habe mit Bonn und Frankfurt am Main
«zwei sehr gute Vorschläge» unterbreitet, sagte er. Letztendlich sei

es aber nur wichtig, dass geeignete Kandidaten gewinnen. «Es muss
gewährleistet sein, dass nach der Verlagerung der beiden Agenturen
deren Arbeit sofort und uneingeschränkt am neuen Standort fortgesetzt
werden kann», sagte er.



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