Bonn verliert in Wahl um Sitz der EU-Arzneimittelagentur

20.11.2017 17:28

Bonn profitiert nicht direkt vom Brexit. Im Bewerberrennen um die
Arzneimittelagentur EMA ist die Rheinmetropole in der ersten Runde
ausgeschieden. In Bonn ist man enttäuscht, sieht aber auch Positives.

Brüssel/Bonn (dpa/lnw) - Die frühere Bundeshauptstadt Bonn wird nicht
Sitz der Europäischen Arzneimittelagentur EMA. Die deutsche Bewerbung
um den Standort schied am Montag bereits in der ersten Runde einer
geheimen EU-Abstimmung in Brüssel aus. In die zweiten Wahlrunde
schafften es Mailand, Amsterdam und Kopenhagen. Sie dauerte am späten
Nachmittag noch an.

Bonns Oberbürgermeister Ashok Sridharan (CDU) äußerte seine
Enttäuschung, sieht aber auch positive Effekte der Bewerbung. «Auf
jeden Fall haben wir mit der Bewerbung Bonn als attraktiven Standort
für internationale Einrichtungen auch auf europäischer Ebene in
Erinnerung rufen können», erklärte Sridharan in einer Mitteilung.

Nach der Zukunft der Arzneimittelagentur EMA sollte am Montagabend in
Brüssel auch die der europäischen Bankenaufsichtsbehörde EBA geklär
t
werden. Beide Behörden sollen wegen des geplanten EU-Austritts
Großbritanniens so schnell wie möglich in eines der 27 verbleibenden
EU-Länder umgesiedelt werden.

Für den EBA-Standort hat Deutschland Frankfurt am Main als
Kandidatenstadt ins Rennen geschickt. Der Bankenmetropole wurden in
Brüssel durchaus Chancen eingeräumt.

Die Sitze von EU-Behörden sind sehr begehrt. Wer den Zuschlag erhält,
kann auf hohe Zusatzeinnahmen hoffen. Die EMA und die EBA richten
jährlich Hunderte Konferenzen und Veranstaltungen mit Experten aus
aller Welt aus. In London sorgten beide Agenturen zuletzt pro Jahr
für rund 39 000 zusätzliche Hotelübernachtungen.



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