Macron-Partei will sich für Europawahl breit aufstellen

20.11.2017 17:31

Paris (dpa) - Politische Krise in Deutschland - und in Frankreich
werden bereits die Weichen für künftige Abstimmungen gestellt. Die
Partei des sozialliberalen Staatspräsidenten Emmanuel Macron kündigte
an, sich für die Europawahl 2019 breit aufzustellen. Es sollten alle
Menschen mitziehen, die an Europa glaubten, sagte der neue Chef der
Partei La République En Marche, Christophe Castaner, am Montag dem
Radiosender France Inter.

Castaner nannte in diesem Zusammenhang den prominenten konservativen
Politiker Alain Juppé und den früheren Grünen-Europapolitiker Daniel

Cohn-Bendit. Auf die Frage, ob es eine neue Rolle für Cohn-Bendit
geben könnte, antwortete Castaner, der noch Regierungssprecher ist:
«Ich kann nicht an seiner Stelle antworten.» Cohn-Bendit hatte im
Oktober an der Frankfurter Universität mit Macron über Europa
debattiert.

Macron sprach unterdessen mit den Parteichefs über seine
Europavorhaben und die Europawahlen. Ein anderes Thema waren die von
ihm vorgeschlagenen Bürgerkonvente zur EU-Reform. Bei seiner
europapolitischen Grundsatzrede in der Pariser Sorbonne-Universität
hatte der 39-Jährige unter anderem angeregt, die nach dem Brexit
freiwerdenden 73 britischen Sitze über europäische Listen zu
besetzen. Das würde bedeuten: Die Bürger stimmen für ein
gesamteuropäisches Programm und nicht nur wie bisher für nationale
Kandidatenlisten.

Laut Tageszeitung «Le Monde» will Macron für sein Land die bisherige

Aufteilung in acht Wahlkreise aufheben und zu einen «nationalen»
Wahlbezirk zurückkehren.



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