EU-Arzneimittelagentur zieht nach Amsterdam - Bonn chancenlos

20.11.2017 18:27

Brüssel (dpa) - Die wegen des Brexits aus London wegziehende
EU-Arzneimittelagentur (EMA) wird nach Amsterdam umziehen. Die
niederländische Bewerbung um den Standort setzte sich am Montag in
einem EU-internen Abstimmungsverfahren gegen die italienische
Bewerberstadt Mailand durch. Die Entscheidung fiel nach einem
Unentschieden in der Stichwahl per Los. Die deutsche Kandidatur Bonn
schied chancenlos bereits in der ersten Wahlrunde aus.

Nach der Zukunft der EMA, die für Bewertung und Überwachung von
Arzneimitteln in der EU zuständig ist, sollte am Montagabend in
Brüssel auch die der europäischen Bankenaufsichtsbehörde EBA geklär
t
werden. Beide Behörden sollen wegen des geplanten EU-Austritts
Großbritanniens so schnell wie möglich in eines der 27 verbleibenden
EU-Länder umgesiedelt werden. Für den EBA-Standort hat Deutschland
Frankfurt am Main als Kandidatenstadt ins Rennen geschickt. Der
Bankenmetropole wurden in Brüssel durchaus Chancen eingeräumt.

Die Sitze von EU-Behörden sind unter den EU-Staaten begehrt. Wer den
Zuschlag erhält, kann auf erhebliche Zusatzeinnahmen hoffen. Die EMA
und die EBA richten jährlich Hunderte Konferenzen und Veranstaltungen
mit Experten aus aller Welt aus. In London sorgten beide Agenturen
zuletzt pro Jahr für rund 39 000 zusätzliche Hotelübernachtungen.



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