Auch Frankfurt scheitert bei Vergabe von EU-Behörden

20.11.2017 20:00

Brüssel (dpa) - Deutschland ist mit seinen Bewerbungen um den Sitz
einer weiteren EU-Behörde gescheitert. Nach der Kandidatur von Bonn
für die Arzneimittelagentur EMA fiel auch die von Frankfurt am Main
für den Standort der Bankenaufsicht EBA durch, wie Diplomaten am
Montagabend nach der zweiten Runde einer geheimen Wahl berichteten.

Die für die Bewertung und Überwachung von Arzneimitteln zuständige
EMA ist wie die europäische Bankenaufsichtsbehörde EBA derzeit in
London beheimatet. Beide Behörden sollen wegen des geplanten
EU-Austritts Großbritanniens so schnell wie möglich in eines der 27
bleibenden EU-Länder umgesiedelt werden.

Im Rennen um den EMA-Standort setzte sich am Montagnachmittag
Amsterdam durch. Beim EBA-Standort sollte noch am Montagabend in
einer Stichwahl eine Entscheidung zwischen Dublin und Paris fallen.

Gegen Deutschland sprach unter anderem, dass es mit der Europäischen
Agentur für Flugsicherheit (EASA) in Köln und der Europäischen
Aufsichtsbehörde für das Versicherungswesen und die betriebliche
Altersversorgung (EIOPA) in Frankfurt bereits zwei EU-Organe
beherbergt. Zudem wurde an der Bonner Bewerbung kritisiert, dass die
EMA in Übergangsräume ziehen sollte. Bei Frankfurt wurde angemerkt,
dass keine Mietfreiheit für die Behörde garantiert wurde.



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