Landesregierung bedauert Entscheidung zur EU-Bankenaufsicht

20.11.2017 20:18

Brüssel/Wiesbaden (dpa/lhe) - Mit Bedauern haben Hessens
Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) und sein Stellvertreter Tarek
Al-Wazir (Grüne) auf die Entscheidung gegen Frankfurt als neuen Sitz
der EU-Bankenaufsicht EBA reagiert. «Die Bundesregierung hat mit
Frankfurt eine sehr gute Bewerbung abgegeben, die wir gern und nach
Kräften unterstützt haben. Nun gratulieren wir Paris, das den
Zuschlag erhalten hat. Der Finanzplatz Frankfurt wird auch ohne EBA
nach dem Brexit der bedeutendste Finanzplatz auf dem europäischen
Kontinent sein», sagten die beiden Politiker laut einer Mitteilung
der hessischen Landesregierung in Wiesbaden am Montagabend.

Bouffier betonte, dass der Finanzplatz Frankfurt aufgrund von
Infrastruktur, der Nähe zu Banken und anderen Finanzeinrichtungen
sowie der bereits vorhandenen EU-Institutionen die besten
Voraussetzungen für die Ansiedlung der EBA biete. «Wir wussten aber
von Anfang an, dass bei der Entscheidung neben reinen Sachargumenten
auch politische Überlegungen und andere Kriterien eine Rolle spielen
können und die deutsche Bewerbung deshalb kein Selbstläufer ist.
Trotzdem wird der Finanzplatz Frankfurt gestärkt aus dem Brexit
hervorgehen», befand der Ministerpräsident.

Al-Wazir ergänzte: «Wir hatten sehr gute sachliche Argumente. Eins
konnten und wollten wir aber - anders als einige Mitbewerber - nicht
anbieten: Mietfreie Büroräume für die EBA. Es ist schade, dass die
Entscheidung am Ende offenkundig auch von solchen Faktoren abhing.»

Nach einer Entscheidung des EU-Ministerrats bekam Paris den Zuschlag.
Die französische Hauptstadt wird nun Sitz der aus London wegziehenden
EU-Bankenaufsicht. Paris kann nun auf erhebliche Zusatzeinnahmen
hoffen. Die europäische Bankenaufsichtsbehörde EBA richtet jährlich
mehrere Hundert Konferenzen und Veranstaltungen mit Experten aus
aller Welt aus.



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