EU-weite Schnäppchenjagd im Internet wird einfacher

21.11.2017 12:40

Brüssel (dpa) - Die Schnäppchenjagd im Internet wird für EU-Bürger

noch einfacher. Ein neues Regelungspaket sieht vor, die Rechte von
Kunden in wesentlichen Bereichen zu stärken. So wird es Händlern
künftig nicht mehr möglich sein, ausländische Käufer von ihren
Angeboten auszuschließen, wie die EU-Kommission am Dienstag
mitteilte.

Als ein Beispiel nannte die Brüsseler Behörde den Fall eines
belgischen Kunden, der über eine deutsche Website einen günstigen
Kühlschrank erwerben will. Ihm darf der Kauf künftig nicht mehr
verweigert werden. Stattdessen muss der Händler dem ausländischen
Kunden die Möglichkeit anbieten, das Produkt abzuholen oder den
Transport zu organisieren - wenn er es nicht selbst ins Ausland
schicken will.

Zudem wird es zum Beispiel Freizeitparks wie Disneyland Paris nicht
mehr erlaubt sein, deutsche Kunden dazu zu zwingen, ihre
Eintrittskarten auf der deutschen Website des Unternehmens zu kaufen.
So könnten diese künftig zum Beispiel auf der französischen Website
ihre Tickets erwerben, wenn diese dort günstiger sind.

Auf das neue Regelungspaket einigten sich nach Angaben der
EU-Kommission Regierungsvertreter der Mitgliedstaaten sowie Vertreter
der Europaparlaments und der Kommission. Es soll bis Ende kommenden
Jahres in Kraft treten.

«Heute haben wir einen Schlussstrich unter die ungerechtfertigte
Diskriminierung beim Online-Shopping gezogen», kommentierte der für
den digitalen Binnenmarkt zuständige Vizekommissionspräsident Andrus
Ansip. Die Zeiten, in denen ausländische Kunden geblockt oder auf
andere Seiten umgeleitet würden, seien damit vorbei.



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