Eurokurs wenig verändert - Türkische Lira fällt auf Rekordtief

21.11.2017 16:46

Frankfurt/Main (dpa) - Der Kurs des Euro hat sich einen Tag nach dem
Scheitern der Jamaika-Gespräche kaum bewegt. Am Dienstagnachmittag
wurde die Gemeinschaftswährung bei 1,1738 US-Dollar gehandelt und
damit etwa zum gleichen Kurs wie am Vorabend. Am Montag hatte das
Ende der Sondierungen zur Regierungsbildung in Deutschland noch
zeitweise belastet. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den
Referenzkurs auf 1,1718 (Montag: 1,1781) Dollar fest. Der Dollar
kostete damit 0,8534 (0,8488) Euro.

Die ungewohnte politische Unsicherheit in Deutschland nach dem
Scheitern der Jamaika-Sondierungsgespräche konnte den Eurokurs nicht
weiter unter Druck setzen. «So ungewohnt es auch für Deutschland sein
mag, die Märkte zeigen sich unbeeindruckt von den
Jamaika-Turbulenzen», kommentierten Experten der Commerzbank.

Starke Kursbewegungen gab es dagegen bei der türkischen Lira. Die
jüngste Talfahrt der Währung hatte am Morgen nochmals Fahrt
aufgenommen und der Wert erneut ein Rekordtief erreicht. Zeitweise
musste für einen Euro 4,6747 Lira gezahlt werden und damit so viel
wie noch nie. Als Auslöser für den Kursrutsch gelten jüngste
Äußerungen des türkischen Staatspräsidenten Recep Tayyip Erdogan.

Der türkische Staatschef hatte sich zuletzt zum wiederholten Mal
gegen höhere Leitzinsen in der Türkei ausgesprochen. Erdogan gilt
schon länger als Kritiker hoher Zinsen zur Inflationsbekämpfung.
Seine Einschätzung steht im klaren Gegensatz zur Geldpolitik
führender Notenbanken, die eine zu hohe Inflation gemeinhin mit
steigenden Zinsen bekämpfen.

Zu anderen wichtigen Währungen legte die EZB die Referenzkurse für
einen Euro auf 0,88498 (0,88940) britische Pfund, 131,87 (132,10)
japanische Yen und 1,1641 (1,1676) Schweizer Franken fest. Die
Feinunze Gold wurde in London am Nachmittag mit 1283,30 (1286,20)
Dollar gefixt.



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